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Wenn Hotels mobil werden – Reiseerlebnis Nachtzug


Früher war es gang und gäbe mit dem Nachtzug zu fahren, wenn man früh morgens in einer anderen Stadt sein wollte. Dann kamen die Autos, die Züge wurden schneller und unbequemer und das Nachtreisen im Zug verlor zusehends an Interesse, besonders bei Reisenden. Nachtzüge nutzen doch allenfalls noch Jugendliche, die in den Sommerferien Interrail machen, so scheint die allgemeine Sichtweise und das Verständnis zu sein. Das ist leider weder zeigemäß noch richtig. Nachtfahrten sind nämlich wieder zu einem sehr attraktiven Reiseerlebnis geworden.

Die Deutsche Bahn, ÖBB Nightjet und SBB kooperieren seit Jahren und machen immer wieder attraktive Angebote. Der ÖBB Nightjet zum Beispiel fährt von Berlin nach Zürich, von Hamburg nach Zürich, Innsbruck oder Wien, von Düsseldorf nach Innsbruck oder Wien oder von München nach Mailand, Rom, Venedig, Zagreb, Rijeka oder Budapest. Im Nachtzug verbringt man die Fahrt im Schlaf und kommt morgens im Zentrum der Zielstadt an. Wem ein Tag ausreicht, um die Stadt zu erkunden, fährt am gleichen Abend wieder zurück. Wen das Städtetour-Fieber packt, bleibt einfach eine Nacht im Hotel und nimmt den Rückzug am nächsten Tag.

Überlegen Sie nur mal kurz, was es für ein Aufwand und Chaos wäre, beispielsweise eine eintägige Städtereise von Hamburg nach Wien zu machen: Zwei Nächte im Auto fahren und dazwischen zehn, zwölf oder vierzehn Stunden Sightseeing in Wien. Allein vom Dauerstress und den Kosten her – der reinste Wahnsinn. Jeder Mensch, der das durchsteht, ist wahrscheinlich danach eher urlaubsreif als vorher. Mit einer Reise im Nachtzug ist das überhaupt kein Problem. Sie kommen ganz ausgeschlafen direkt in der City an und können dort direkt mit der Sightseeing-Tour beginnen.

Das soll jetzt bestimmt keine Werbung für die Bahngesellschaften sein, aber allein diese Option ist doch genial. Nachtzüge sind auch längst nicht mehr so schmuddelig oder unbequem wie früher. Es wäre wirklich sehr schade, wenn diese Reisemöglichkeit aus mangelndem Interesse irgendwann sterben müsste. Viel einfacher kann man jedenfalls eine fremdandere Stadt wohl nicht besuchen.